MONTAG 14.03.2011

Prinzip Rote Hilfe
In den 70er Jahren gab es in Bundesrepublik und Westberlin
mehr als 100 Gruppen der Roten Hilfe. In München
existierten alleine drei. Sie brachten über 200 Zeitungen
und mehr als 200 Broschüren heraus. Sie beschäftigten
sich mit allem möglichem: Mit dem Besetzen von
Häusern, mit der Polizei, mit den von der Polizei
Erschossenen, mit den Gefangenen Tupamaros, mit
denen der RAF und schließlich mit allen anderen
Gefangenen. Die Roten Hilfen versuchten an einem zentralen
Punkt etwas zu integrieren,was dabei war auseinander
zustreben. Zwischen den Roten Hilfen und den
politisch-metallischen Körpern seiner Zeit, sprich der RAF
und den beiden maoistischen Parteien KPD/ML und
KPD/AO gab es eine Vielzahl von Debatten und Auseinandersetzungen.
Sie gingen nicht immer glücklich aus.
Fast alles davon ist heute vergessen. Die metallischen
Körper existieren nicht mehr, die Rote Hilfe aber sehr
wohl. Da hängt doch irgendwo und irgendwie noch
etwas zusammen. Allemal ist es an der Zeit diese
Geschichte zu erzählen – bevor sie von subalternen
Extremismus- und Terrorismusforschern »in die Tonne«
getreten wird.

Markus Mohr arbeitet zusammen mit Hartmut Rübner
an einem Buch zur Geschichte der Roten Hilfe in den 70er
Jahren
20.00 Uhr, KulturLaden Westend, Ligsalzstr. 44